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Cytisin, auch bekannt als Baptitoxin, Cytisiniclin, oder Sophorin, ist ein Alkaloid, das in verschiedenen Pflanzengattungen natürlich vorkommt, wie zum Beispiel Goldregen und Cytisus aus der Familie der Fabaceae. Es wird medizinisch zur Unterstützung bei der Raucherentwöhnung eingesetzt.
In mehreren randomisierten klinischen Studien, unter anderem in den Vereinigten Staaten und Neuseeland, hat es sich als wirksam erwiesen,und wird derzeit in weiteren Studien in den Vereinigten Staaten sowie in einer Nichtunterlegenheitsstudie in Australien untersucht, in der es direkt mit dem Raucherentwöhnungsmittel Vareniclin (in den Vereinigten Staaten unter dem Namen Chantix vertrieben) verglichen wird.
Es wurde zudem von einigen indianischen Stämmen in Form von Meskalbohnen zu entheogenen Zwecken verwendet, und zwar historisch gesehen bereits im Rio-Grande-Tal, noch bevor Peyote bekannt wurde.
Cytisin (oder Cytisiniclin) ist ein natürliches Alkaloid, das aus bestimmten Pflanzen der Familie der Fabaceae gewonnen wird, insbesondere aus derCytisus laburnumEs handelt sich um einen partiellen Agonisten der Nikotinrezeptoren, der als “pharmakologischer Ersatz” für Nikotin wirkt: Er lindert Entzugserscheinungen und mindert die Auswirkungen des Tabakkonsums, ohne dabei die gleichen Wirkungen wie Nikotin hervorzurufen. Seine Wirkungsweise ähnelt der von Vareniclin, einem weiteren maßgeblichen partiellen Agonisten.
Cytisin, das seit über einem halben Jahrhundert in Osteuropa und Zentralasien eingesetzt wird, fand bislang international nur begrenzte Anerkennung. Seine Aufnahme in die WHO-Modellliste der unentbehrlichen Arzneimittel ist ein entscheidender Schritt für seine Anerkennung als Standardtherapie zur Raucherentwöhnung.
Die vom WHO-Expertenausschuss durchgeführte Bewertung stützte sich auf eine solide Grundlage klinischer Daten. Mehrere randomisierte Studien haben gezeigt, dass Cytisin die Chancen auf eine langfristige Abstinenz im Vergleich zu einem Placebo um das Zwei- bis Dreifache erhöht. Die Ergebnisse deuten auf eine mit Vareniclin vergleichbare Wirksamkeit hin, wobei das Sicherheitsprofil als günstig eingestuft wird. Die Nebenwirkungen, die im Allgemeinen mild und vorübergehend sind, betreffen hauptsächlich leichte Verdauungsstörungen oder Übelkeit, die deutlich weniger ausgeprägt sind als bei anderen Therapien zur Behandlung der Tabakabhängigkeit.
Die Standarddosierung in Form einer 25-tägigen Behandlung bietet zusätzliche Vorteile hinsichtlich der Einfachheit und der Therapietreue. Neue, über einen Zeitraum von 6 bis 12 Wochen getestete Behandlungsprotokolle haben zudem eine verbesserte Wirksamkeit und eine ausgezeichnete Verträglichkeit gezeigt und bieten je nach Suchtprofil eine größere Flexibilität.
Mehrere systematische Übersichtsarbeiten, darunter die Cochrane-Studie von 2023, bestätigen, dass Cytisin mittlerweile zu den wirksamsten verfügbaren Behandlungsmethoden zählt, mit einer mit Vareniclin vergleichbaren Wirksamkeit und oft einem günstigeren Sicherheitsprofil. Durch die Aufnahme in ihre Modellliste erkennt die WHO offiziell seine strategische Rolle bei der Tabakkontrolle an und führt es neben Nikotinersatztherapie, Bupropion und Vareniclin auf, wodurch das Spektrum an validierten und zugänglichen Therapien erweitert wird.
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